RaSCSI-Board für den Raspberry Pi

Die RaSCSI-Website stellt offene Hardware und Software bereit, um virtuelle SCSI-Geräte zu realisieren.

RaSCSI-Hardware

Die RaSCSI-Hardware erweitert den Raspberry Pi um eine SCSI-Schnittstelle, so dass der Pi mehrere SCSI-Geräte (Festplatte, MO, CD-ROM, Netzwerkadapter) gleichzeitig emulieren kann. So lässt sich ein Atari flexibel mit SCSI-Geräten versehen.

Aktuelle RaSCSI-Software

Auf der RaSCSI-Website sind lediglich die Quelltexte für die RaSCSI-Software verfügbar, aber keine Binaries. Für Anwender, die die Quelltexte nicht selber compilieren können, stelle ich Binaries für das FULLSPEC-Board bereit. Das Archiv enthält eine Entwicklungsversion mit zahlreichen von mir beigesteuerten Erweiterungen und Fehlerkorrekturen. Diese verbessern die Kompatibilität zum SCSI-Standard und somit auch die Kompatibilität mit dem Atari. Details lassen sich dem RaSCSI-git-Repository entnehmen. Höchstwahrscheinlich werden diese Verbesserungen Teil des nächsten offiziellen Software-Releases sein.

RaSCSI-Entwicklungsversion RaSCSI-Binaries (Entwicklungsstand vom 24.7.21)

Die Binaries wurden mit dem aktuellen 32-Bit Raspberry Pi OS gebaut, laufen aber auch mit der aktuellen 32-Bit-Version von Ubuntu. 64-Bit-Umgebungen werden nicht unterstützt.
Eventuell muss die Laufzeitumgebung um fehlende Bibliotheken ergänzt werden:

sudo apt install -y libpcap0.8

RaSCSI wird unter Angabe der zu verwendenden SCSI-IDs und der zugeordneten Laufwerksdateien gestartet:

sudo rascsi -ID1 /home/pi/images/scsi_drive_1.hds -ID5 /dev/sda.hds

In diesem Beispiel wird die Datei scsi_drive_1.hds als Festplatte mit der SCSI-ID 1 eingerichtet und die Gerätedatei /dev/sda als Festplatte mit der SCSI-ID 5. Der Laufwerkstyp wird über die Extension der Laufwerksdatei bestimmt. Für den Atari empfiehlt sich eine Standard-Festplatte mit Extension hds. Bei /dev/sda kann es sich beispielsweise um eine Speicherkarte handeln. CD-ROM-Images wurden erfolgreich mit dem SPIN!-Treiber getestet.

Ausführliche Informationen, z. B. zum automatischen Starten der Software und zum Webinterface, gibt es auf der RaSCSI-Website.

Ataris mit HDDRIVER

RaSCSI wurde erfolgreich mit HDDRIVER 11, einem Falcon und einem TT getestet, sowohl mit dem SCSI- als auch dem ACSI-Bus. Als Hardware dienten ein Raspberry Pi 4B, ein Raspberry Pi Zero WH und ein von SamplerSpa fertig bestückt bezogenes FULLSPEC-Board. Aufgrund der Kompatibilität von TT-ACSI zu ST-ACSI sollte sich das Board auch an einem ST mit SCSI-Hostadapter betreiben lassen.

Raspberry Pi Zero WH mit RaSCSI-Board an einem TTRaspberry Pi Zero WH mit RaSCSI-Board am TT

Die Übertragungsrate gemessen mit XFERRATE, TT-SCSI und einem Raspberry Pi 4B beträgt etwa 1200 KB/s. Mit einem Raspberry Pi Zero WH liegt die Übertragungsrate bei etwa 1100 KB/s. Ob sich die Laufwerksdatei auf einer SD-Karte im Speicherkarten-Slot des Pi oder einem externen USB-Kartenleser befindet macht keinen Unterschied.
Beim Datenaustausch mit anderen Plattformen gibt es keine Byte-Swapping-Problematik. Daher ist beim Partitionieren mit HDDRUTIL die entsprechende Einstellung nicht zu aktivieren.

Der Screenshot zeigt von HDDRUTIL dargestellte Informationen zu zwei virtuellen Laufwerken: Eine Festplatte mit SCSI-ID 1 (Laufwerk K:) und ein MO-Laufwerk mit SCSI-ID 5 (Laufwerk L:).

Gerätecheck mit RaSCSI-Board

MagicMac mit HDDRIVER

Auch mit MagiCMac ist ein problemloser Betrieb möglich. Über den SCSI-Treiber für MagiCMac können HDDRIVER und HDDRUTIL direkt auf SCSI-Platten und deren Partitionen zugreifen.

MagicMac/HDDRUTIL mit RaSCSI-Board